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02 März 2025

Hemingway in Pamplona


Die Welt ist voller offensichtlicher Dinge,
die nie jemand wahrnimmt
.
Arthur Conan Doyle

Dem Regionalzug nach Pamplona fehlen die Fahrgäste. Mein Abteil ist fast leer. Dafür habe ich endlich Raum genug, freie Platzwahl, und muss mich nicht drängeln. Verlassene Landbahnhöfe folgen aufeinander. Casetas, Cabañas de Ebro, Pedrola, Gallur, unmerklich, der Übergang von Catalonia nach Navarra, Cortes de Navarra, Ribaforada, Tudela de Navarra, Castejón de Ebro, Villafranca de Navarra, Marcilla de Navarra, Tafalla, Pamplona / Ituña Estación. Die meisten von ihnen vernachlässigt und altersschwach. Defekte Uhren die irgendwann aufgegeben haben. Die Zeit erstarrt.
Gemächlich gleitet der Zug durch die katalanische Landschaft. Die Fenster sind zur Hälfte mit Graffiti bedeckt. Schwarze, rote und grüne Spitzen, die etwas Scharfes, Stechendes haben. Trotzdem gelangt mein Blick nach draußen. Die Landschaft, die vorüberzieht wie auf einem Schirm, ist trocken. Ein mattes Grün, sandbraun gefleckt. Unter einem bleigrauen Himmel macht das Land einen verschmutzten Eindruck. In der Ferne Hügel, eine Barriere, unüberschaubar. Wie wohl das Land auf der anderen Seite aussieht? Nichts lädt mich zum Wandern ein.

21 Dezember 2022

Im Kiez nebenan


Sich in einer Stadt nicht zurechtzufinden, heißt nicht viel.
In einer Stadt sich aber zu verirren, wie man sich
in einem Walde sich verirrt, braucht Schulung.
Walter Benjamin


Schon seit Jahren, schreibt Léon-Paul Fargue, träume er davon, einen Plan von Paris zu schreiben, für sehr geruhsame Leute, für Spaziergänger und Flaneure, die Zeit zu verlieren haben und Paris lieben. Er hat seinen Traum in seinem Buch Der Wanderer von Paris umgesetzt. Ich werde es ihm gleichtun, und meinen Spaziergängen durch Berlin nachschreiben. Auch Erling Kagge hat die Stadtteile von Oslo zu Fuß erkundet. Viel Inspirierendes für meine städtischen Wanderungen verdanke ich auch David Le Bretons Essay Lob des Gehens.